Eurokai: Nachzügler-Aktie und Profiteuer des langfristigen Wirtschaftsaufschwungs
Donnerstag, 30. Juli 2009
In den vergangenen Tagen und Wochen berichteten erste Wirtschaftsforschungsinstitute und multinationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF)über erste Anzeichen, dass sich die weltweiten Volkswirtschaften stabilisieren würden. Die Experten sind sich zwar einig, dass eine steile Konjunkturerholung nicht zu erwarten ist, nichtsdestotrotz lösten diese Prognosen und Indikatoren die Bremse an den Aktienmärkten deutlich.
Die Aktie des Hafenbetreibers Eurokai (WKN 570653) konnte von dieser Aufwärtsbewegung der vergangenen Wochen bisher kaum profitieren, und dieses obwohl das Unternehmen als Betreiber von Containerterminals paradoxerweise unmittelbar am Puls der Weltwirtschaft sitzt. Der Hafenbetreiber könnte sowohl kurzfristig, als auch langfristig eine chancenreiche Nachzügler-Aktie sein.
Respektable Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2009
Das Geschäftsjahr 2008 war für das Unternehmen noch von Rekordwerten bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung geprägt. Bei Umsatzerlösen in Höhe von 711 Mio. EUR erwirtschaftete Eurokai ein Jahresüberschuss von knapp 64 Mio. EUR. Auch der Umschlag auf den Eurokai-Containerterminals erreichte vergangenes Jahr mit 14,2 Mio. TEU noch einen um 2,3 Prozent verbesserten Topwert. Im ersten Quartal des laufenden Jahres berichtete der Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum über einen Rückgang des Containerumschlags in Höhe von 9,2 Prozent. Sowohl beim Umsatz, als auch in der Ergebnisentwicklung kam es dementsprechend im Vergleich zum Vorjahresquartal zu Rückgängen.
Eurokai kommentierte im Bericht zum ersten Quartal diese Entwicklung mit den Worten, dass man trotz rückläufiger Umsatz- und Ergebnisentwicklung, weiterhin ein respektables positives Ergebnis ausweisen könne. Detailliertere Kennzahlen wird das im Freiverkehr an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen erst im Rahmen des Halbjahresberichtes am 28. August veröffentlichen.
Schwächerer Geschäftsverlauf inzwischen eingepreist
Die uns zurzeit vorliegenden Kennziffern deuten zwar daraufhin, dass das Unternehmen als Hafenbetreiber von der Rezession betroffen ist, trotz der erschwerten Bedingungen allerdings auch in diesem Jahr positive Periodenüberschüsse erzielen kann. Die Aktie, die ihr Allzeithoch im Jahr 2007 bei über 120 EUR markierte, hat den schwächeren Geschäftsverlauf unserer Auffassung nach inzwischen eingepreist.
Bestätigt sich die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Weltwirtschaft und einer langfristig wieder anziehenden Konjunktur wird Eurokai davon als Hafenbetreiber deutlich profitieren. Die Globalisierung und der Welthandel werden unserer Meinung nach zwar kurzfristig von der Rezession beeinflusst, verfügen langfristig allerdings weiterhin über eine exzellente Perspektive.
Inbetriebnahme des Jade-Weser-Port kommt zur richtigen Zeit
Die langfristige Perspektive für den Eurokai-Konzern wird durch eines der größten norddeutschen Infrastrukturvorhaben der vergangenen 50 Jahre, den Bau des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port, abgerundet. Die Eurogate-Gruppe, an der Eurokai zu 50 Prozent beteiligt ist, wird Betreiber des neuen Tiefwasserhafens in Niedersachsen. Ab Herbst 2011 werden in Wilhelmshaven die ersten Containerschiffe abgefertigt. Der gesamte Jahrescontainerumschlag des Jade-Weser-Port soll nach Fertigstellung bei 2,7 Mio. TEU liegen.
Da sich der Tiefwasserhafen momentan noch im Bau befindet, hat der Wirtschaftsabschwung für Eurokai indirekt auch eine positive Seite, da in Wilhelmshaven zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich Überkapazitäten bestehen würden. Ende 2011 ist jedoch zu vermuten, dass sich die Weltwirtschaft wieder auf dem Wachstumspfad befindet und der Jade-Weser-Port somit genau zum richtigen Zeitpunkt fertiggestellt sein wird. Dem Eurokai-Konzern wird so die Möglichkeit gegeben auch in der Zukunft weitehin Wachstumsraten durch erhöhte Umschlagkapazitäten zu erzielen.
Fazit
Die Eurokai-Aktie wird von den langfristigen Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft profitieren und nach einem Ende der Rezession wieder auf Umsatz- und Gewinnebene wachsen. Aufgrund der Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt in den vergangenen Wochen, sehen wir in der Eurokai-Aktie zudem eine attraktive Nachzüglerchance. Dieses wird besonders bei Betrachtung der ebenfalls börsennotierten Hamburger Hafen und Logistik AG deutlich, deren Aktienkurs in den vergangenen zwei Wochen um rund 25 Prozent zulegen konnte.
Wir empfehlen die Eurokai-Aktie daher auf die Beobachtungsliste zu nehmen, und ein Engagement in Erwägung zu ziehen, falls die Aktie das bisherige Jahreshoch knapp unter 35 EUR nachhaltig durchbrechen kann.




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