Montag, 24. August 2009

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EnBW: Stromriese profitiert von der Bundestagswahl

In der Vergangenheit hat es wohl selten einen so geräuschlosen Bundestagwahlkampf wie den diesjährigen gegeben. Möglicherweise ist dies einer der Gründe, warum sich Börsianer bisher noch nicht mit den Auswirkungen einer neuen Regierungskonstellation auseinander gesetzt haben. Mit unserem Depotne... weiter lesen

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Mittwoch, 12. August 2009

Tageskommentar

Christoph Rathe, Redaktion

Arcandor, Escada und SAF-Holland

Sehr geehrte Leser,

die Börsen konnten sich heute teilweise von ihren gestrigen Kursverlusten erholen. Der DAX konnte im Zuge eines freundlichen Handelstages um 64 Punkte oder 1,22 Prozent auf 5350 Punkte zulegen. Auch der MDAX beendete den Tag mit grünen Vorzeichen und notierte zuletzt bei 6380 Punkten, was einem Aufschlag von 1,04 Prozent oder knapp 66 Punkten entspricht. Der SDAX gewann rund 40 Punkte oder 1,30 Prozent und ging mit 3167 Punkten aus dem Handel. Trotz der heutigen Kursgewinne wurden Aktionäre heute gleich bei drei Aktiengesellschaften mit der wahrscheinlichen Insolvenz konfrontiert.

Im MDAX rückte am Nachmittag in diesem Zusammenhang die Arcandor AG erneut in den Blickpunkt der Marktteilnehmer, nachdem sich das Unternehmen per Ad-hoc-Mitteilung zum aktuellen Stand der Investorensuche äußerte. Der Handelskonzern gab demnach bekannt, dass die Suche nach einem neuen Ankerinvestor beendet wurde, da die Chancen im aktuellen Marktumfeld als gering einzustufen sind. Die Börse wertete diese Meldung als erneuten Nackenschlag für den Konzern und schickte die Aktie mit 14,29 Prozent in den Keller. Der Schlussstand betrug heute 30 Cent und entspricht auf Schlusskursbasis einem neuen Allzeittief.

Bereits gestern berichteten wir über die Hopp oder Top-Aktie Escada, bei der das Überleben der Gesellschaft von der Zustimmung der Anleihen-Gläubiger abhing. Das Unternehmen informierte gestern nach Börsenschluss die Marktteilnehmer, dass die erforderliche Zustimmung in Höhe von 80 Prozent nicht zustande kam. Laut Konzernangaben nahmen lediglich 46 Prozent der Anleihen-Gläubiger die Umtauschofferte von Escada an. Da der Modekonzern aus diesem Grund bereits diese Woche plant den Antrag auf Insolvenz zu stellen, brach die Aktie heute um 53,55 Prozent auf nur noch 72 Cent ein.

Die dritte Aktiengesellschaft über die heute der Pleitegeier kreiste, hatten die meisten Börsianer in den vergangenen Tagen nicht auf ihrer Rechnung. Das Papier der SAF-Holland Gruppe musste am heutigen Handelstag einen Kursverlust in Höhe von 69,33 Prozent hinnehmen und beendete den Handelstag bei 1,15 EUR. In den vergangenen Monaten hatte die Aktie aus dem Nebenwertebereich durch eine beeindruckende Rebound-Bewegung auf sich aufmerksam gemacht. Der Grund für den Kursabsturz lag in einer am Dienstag nach Börsenschluss publizierten Mitteilung, in der SAF-Holland bekanntgab, dass man sich mit den Banken nicht über eine finanzielle Restrukturierung einigen konnte. Gemäß dem Vorschlag der kreditgebenden Banken wird das operative Geschäft der Unternehmensgruppe nun zunächst auf einen Treuhänder übertragen.